Die Insel Sant’Erasmo, Perle der venezianischen Lagune

Apr 1, 2017 | Gastronomie, Inseln, Kuriositäten, Lagune, Traditionen, Unkategorisiert | 0 Kommentare

Eine neue touristische Saison beginnt und eines der beliebtesten Ziele meiner Gäste bleibt stets der Markt von Rialto mit all seinen Düften und Farben. Wenn ich auf Reisen bin, vergesse ich nie den Markt des Ortes zu besichtigen, um die Speisen zu entdecken, die es in meiner Stadt nicht gibt. Wenn möglich, gehe ich dann anschließend in ein Restaurant, um sie zu kosten. Wenn ich hingegen eine Wohnung gemietet habe, versuche ich sie selbst vorzubereiten…ich bin eine Feinschmeckerin und liebe es zu kochen! Als Fremdenführerin habe ich sogar einige Gäste zu einem Kochkurs zur venezianischen Küche begleitet!

Apropos Küche, sollten Sie zwischen Anfang und Mitte April nach Venedig kommen und einige Tage bleiben können, vergessen Sie nicht, die Insel Sant‘Erasmo zu besichtigen. Sie ist eine der kleineren Inseln der venezianischen Lagune, die wegen ihrer landwirtschaftlichen Berufung auch „Venedigs Gemüsegarten“ genannt wird. Die Insel wurde besonders dank des Anbaus der violetten Artischocke und der „castraure“ bekannt. „Castraure“ sind die ersten Knospen der Artischocken, die zurückgeschnitten werden, um die Produktivität der Pflanzen zu erhöhen. Eine einzelne Pflanze kann durch dieses Verfahren jedes Jahr mehr als hundert Kilogramm Artischocken produzieren.

Die Insel Sant’Erasmo, in der Lagune Venedigs

Die Insel Sant’Erasmo: „castraure“

Die castraure eignen sich, mit Teig umhüllt, ausgezeichnet für das Ausbacken in heißem Öl oder ganz einfach fürs Anbraten in der Pfanne mit Knoblauch und Petersilie. Sie werden aber wegen ihrer Zartheit und ihres feinen, leicht bitteren Geschmack sehr gerne roh verspeist…Ich verrate euch ein ganz einfaches, aber seeehr gutes Rezept für eine wirklich raffinierte Vorspeise:

Die härtesten, äußeren Blätter und die Dornen entfernen und die castraure nach und nach in Zitronenwasser eintauchen. Die castraure sorgfältig mit Küchenpapier abtropfen und in dünne Scheiben schneiden. Mit Salz, schwarzem Pfeffer, Olivenöl und Zitronensaft würzen… und guten Appetit!

Sant’Erasmo: Die frittierten castraure (Foto aus htpp://blog.giallozafferano.it)

 

Sant’Erasmo: castraure

Falls Sie nachmittags (vielleicht nach einem fürstlichen Essen) Lust haben, ihre Verdauung anzutreiben, gibt es nichts Besseres als eine Runde mit dem Fahrrad. Natürlich nicht durch Venedigs Gassen, sondern durch die Felder und Weinberge der Insel Sant’Erasmo, mit dem herrlichen Ausblick auf das Meer und die „barene“ (Landstreifen, die regelmäßig vom Hochwasser überschwemmt werden), wo Sie die trägen Streifzüge der Möwen und Seidenreiher bewundern können. Hier können Sie von Anfang April bis Anfang Mai eines der schönsten Naturschauspiele bewundern: die unendliche, violette Weite der Artischockenfelder, die Ihre Sinne und Seele bezaubert.

Die Insel Sant’Erasmo: Artischocken-Blumen

Viel Spaß in Venedig!

Für nähere Informationen, wenden Sie sich bitte an:

Cristina Taddeo
BestVeniceGuides
www.veniceismagic.com/it/