Venedig; sein Glas und die Brille Teil II

Mai 5, 2021Brille, Geschichte, Glas, Handwerk, Kunst, Kuriositäten, Traditionen, unbekanntes Venedig0 Kommentare

Venezianisches Glas und die Entwicklung der Sehbrille

Wie im letzten Post versprochen, nehmen wir unser Gespräch über die Brille wieder auf. Nach der Herstellung der ersten Exemplare im Venedig des 13. Jh.s, wo es erstaunlich gute Glaskenntnisse gab, verbreitete sie sich schnell, sowohl in Italien, als auch in Europa und Asien.

Die Brillenform

Die Form der Brille ergab sich aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Vereinigung von zwei einzelnen Vergrößerungsgläsern, die bereits seit längerer Zeit bekannt waren. Die erste Brillenform wurde in der Tat Nietbrille genannt; es handelte sich um zwei Gläser, die durch einen genieteten Nagel zusammengehalten wurden (Abb. 1). Diese Art von Brille musste von einer Hand gehalten werden, um nicht von der Nase zu fallen, auch wenn wir auf Gemälden sehen, dass die Heiligen, die Kardinäle oder die Brüder die Brille zum Lesen oder Schreiben auf der Nase tragen, ohne dass diese von einer Hand gehalten werden muss.

Photo 1 exemplaire de 1950 en bois de lunettes articulées italiennes du 14ème siècle ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection De Lotto

Abb. 1 Kopie aus dem Jahr 1950 einer Holz-Nietbrille des 14. Jh.s; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, De Lotto-Sammlung

Bereits im Laufe des 15. Jh.s wurde die Bogenbrille (Abb. 2) entwickelt, eine Form, die sich über geraume Zeit unverändert hielt, auch wenn man versuchte, sie mit Schnüren zu befestigen, d.h. Seidenbändern, die am Brillenrand befestigt wurden und bis hinter die Ohrmuscheln gingen (Abb. 3 und 4).

Photo 2 lunettes françaises, à pont arrondi, en cuivre, mgon1234de la fin du 17e siècle, Musée de la Lunette , Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 2 französische Bogenbrille aus Kupfer ca. Ende des 17. Jh.s; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

Photo 3 lunettes en cuir à pont arrondi avec ficelles ; Collection Vascellari OAR31, Venise

Abb. 3 Bogenbrille aus Leder mit Schnüren; Vascellari-Sammlung, OAR31, Venedig

Photo 4 Geronimo Dutari, père missionnaire jésuite du 18e siècle avec sa ficelle à l'oreille, gravure ; Collection Vascellari STM62, Venise

Abb.4 Geronimo Dutari, Jesuitenmissionar des 18. Jh.s, Druck; Vascellari-Sammlung STM62, Venedig

Da die Brille ein sehr kostbarer Gegenstand war, wurden weitere Versuche angestellt, um diese vor dem Fallen zu schützen, beispielsweise wurden ab dem 15. Jh. Mützen- oder Perückenbrillen hergestellt, die ihren größten Erfolg zu Beginn des 18. Jh.s hatten; bei ihnen wurde eine kleine vertikale und gebogene Stange hinzugefügt, die vom Brillensteg aus über die Stirn bis unter die Mütze oder die Perücke führte (Abb. 5).

Photo 5 Alfonso de Ligorio avec des lunettes de perruque, XVIIIe siècle ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore

Abb. 5 Alfonso de Ligorio mit Mützenbrille, 18. Jh.; Brillenmuseum, Pieve di Cadore

So unwahrscheinlich es sich anhören mag, es brauchte vier Jahrhunderte von der ersten Brille bis zur Brille mit steifen seitlichen Bügeln, die anfangs nur die Schläfen erreichten (Abb. 6) und dann auf unterschiedliche Weise verändert wurden, bis sie hinter die Ohrmuschel gingen (Abb. 7).

Photo 6 lunettes en argent avec embouts en forme de poire, Pays-Bas ; Collection Vascellari OAST15, Venise

Abb. 6 Brille mit Silberfassung und birnenförmigen Bügelenden, Niederlande; Vascellari-Sammlung OAST15, Venedig

 

Photo 7 spécimen tardif avec branches, semblable à celui donné à la reine Margherita en 1881 lors de son séjour dans le Cadore ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 7 spätes Exemplar mit Bügeln, ähnlich dem, welches Königin Margarete von Italien 1881 während ihres Aufenthalts im Cadore geschenkt wurde; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

Im 18. Jh. beeinflussten Venedig und Frankreich sich wechselseitig in der Brillenmode und die Brille wurde zu einem wichtigen und koketten Modeelement.

Auf diese Art entstand eine Brille, die man in der Hand halten konnte, die Lorgnette (Abb. 8), die anfangs nur von Männern getragen wurde, aber bald darauf auch von Frauen, die sie zu weiteren Gegenständen der weiblichen Verführungskunst werden ließen. Die Lorgnette war typisch für die Rokokozeit und besaß eine Art von Griff am mittleren Gläserrand – wenn es sich um eine Scherenbrille handelte – oder an der Seite; sie konnten Teil eines Fächers oder eines Spazierstocks sein (Abb. 9 und 10) oder auch an einer Kette oder einem Gürtel hängen.

Photo 8 face-à-main à ciseaux des Incroyables (les messieurs qui ont utilisé ce type de lunettes pour la première fois pour émerveiller les dames) ; Collection Vascellari FF15, Venise

Abb. 8 Lorgnette der Incroyables (so wurden die Herren genannt, die sie zuerst trugen, um die Damen in Erstaunen zu versetzen); Vascellari-Sammlung FF15, Venedig

Photo 9 canne-face-à-main (= avec lunettes incorporées) et autre canne-monocle (= avec verre incorporé) ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore ; les deux appartiennent à la Collection Bodart

Abb. 9 Spazierstock mit Lorgnette (= die Brille ist ein Teil davon) und ein Monokel-Spazierstock (=das Glas ist Teil davon); Brillenmuseum, Pieve di Cadore, beide Bodart-Sammlung

Abb. 10 Silbergriff eines Spazierstocks mit eingebauter Lorgnette; Vascellari-Sammlung BP1, Venedig

Eine weitere Entwicklung der Brille fand Mitte des 19. Jh.s mit den Zwickern (= Kneifern) (Abb. 11) statt, gleichzeitig gab es Brillen mit sehr schmalen und leichten Bügeln, wie die des italienischen Staatsmannes Camillo Benso, Graf von Cavour, auf dem berühmten Gemälde von Francesco Hayez (ca. 1864).

Photo 11 pince-nez avec monture métallique, écaille de tortue, nacre, ou bien ouverte ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 11 Kneifer oder Zwicker (=pince-nez) mit Metall-, Schildpatt-, Perlmuttfassung oder ganz ohne Fassung; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

Die Brillenfassungen

Die Brillengläser benötigten natürlich von Anfang an Fassungen, die möglicherweise aus leichtem Material bestanden, im 13. und 14. Jh. wurde Knochen, Horn oder Holz (oft Buchsbaumholz) verwendet. In Venedig spezialisierten sich die „pettenèr”, Handwerker, die Kämme herstellten, auch auf diese Arbeiten, da Holz in der Stadt wichtig war, und die Verarbeitung von Kuhhorn große Luftfeuchtigkeit benötigte, welche in dieser Stadt nicht fehlt.

Im 15. und 16. Jh. wurden Metalle wie Eisen, Kupfer und Messing dafür verwendet, in Nordeuropa auch Walbarten und für die Wohlhabenden von überall Elfenbein, Silber und Gold. Auch leichtes Leder kam um das 16. Jh. auf.
Das 18. Jh. trumpfte mit Email, Edelsteinen und Perlmutt auf, während man im Orient auch Jade und Hornschuppen aus Schildpatt verwendete.

Im 19. Jh. triumphierten neue Metalllegierungen, unter diesen Aluminium und erste modellierbare Materialien, während im 20. Jh. auch Titan und Kunstharze verwendet wurden.

Das Fernrohr

Das Forschen und die Entwicklung der Optik erlaubten es Anfang des 17. Jh.s, Gegenstände aus großer Entfernung anzuschauen, deren Einzelheiten ansonsten mit bloßem Auge nicht erkennbar gewesen wären. Das erste Fernrohr aus Linsen, bereits im 16. Jh. „erahnt“, wurde in Holland hergestellt und von Galileo Galilei perfektioniert; wir wissen, dass Galileo nach Venedig kam und hoch oben auf dem Glockenturm von S. Marco, ca. 60 m über dem Fußboden des Platzes, den Mond erforschte, von dem er behauptete, dass er in jener Höhe sehr viel näher sei.

Die Entwicklung der Fernrohrproduktion, die nicht nur aus astronomischen, sondern auch aus militärischen Gesichtspunkten und für die Kriegsführung wichtig war, fand im 17. Jh. in Deutschland, Holland und England statt. Venedig spezialisierte sich hingegen im 18. Jh. auf die Herstellung von terrestrischen Fernrohren, deren Bilder aufgerichtet und nicht umgekehrt erscheinen; das in Venedig für diese Gegenstände verwendete Material war nicht zufällig das Pappmaché, aus dem die berühmten Masken der Stadt hergestellt wurden.

Im 18. Jh. gelangten Kurz-Fernrohre (Lorgnettes) aus Frankreich nach Venedig und breiteten sich in ganz Europa aus; auch diese waren, wie die Brillengläser, in Spazierstöcken, Fächern und Tabakdosen versteckt, hingen von Ketten, Gürteln, Westentaschen herab, oder waren in Schirmgriffe eingebaut (Abb. 12, 13, 14, 15). Frauen und Männer der höheren Gesellschaft benutzten diese kurzen Fernrohre, um einander zu beobachten, um Verhaltensweisen im Theater, in Cafès, auf Spaziergängen auf Entfernung zu verfolgen, bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten, die für interessant und/oder morbide gehalten wurden.

Photo 12 éventail français brisé (= sans feuille, c'est-à-dire sans papier ni tissu entre les brins) avec longue-vue, début du 19e siècle ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 12 französischer Brisé-Fächer (=ohne Blatt, d.h. ohne Papier oder Stoff zwischen den Stäben) mit Fernrohr, Anfang des 19. Jh.s; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

 

Photo 13 éventail brisé en ivoire avec verres, 1785 ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 13 Brisé-Fächer aus Elfenbein mit Gläsern, 1785; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

 

Photo 14 éventail français brisé avec longue-vue ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore, Collection Bodart

Abb. 14 französischer Brisé-Fächer mit Fernrohr; Brillenmuseum, Pieve di Cadore, Bodart-Sammlung

 

Photo 15 parapluie avec longue-vue pour poignée ; Musée de la Lunette, Pieve di Cadore

Abb. 15 Schirm mit Fernrohr als Griff; Brillenmuseum, Pieve di Cadore

 

Im 19. Jh. entwickelte sich in Frankreich die Herstellung von Ferngläsern, die Benutzung von beiden Augen dabei war jedoch bereits vor der ersten Hälfte des 18. Jh.s von dem venezianischen Optiker Domenico Selva erfunden worden.

Die Färbung der Gläser

Über Jahrhunderte versuchten die Optiker Handwerkern, Schreibern und Amanuenses (Kopisten) ihr aktives Leben zu verlängern, als mit dem Alter verbundene Sehprobleme auftauchten, und irgendwann begann man von der „Erhaltung“ oder vom „Schutz“ der Sehkraft zu sprechen, um die Augen mit speziellen Gläsern vor Staub und vor Sonnenlicht zu schützen, die sich von den Korrekturgläsern unterschieden (Abb. 16).

Photo 16 ensemble de deux lunettes à pont arrondi en cuivre dans leur propre écrin ; celui avec des verres plus foncés est équipé de verres neutres

Abb. 16 Bogenbrille mit Kupferfassung und dazugehörigem Brillenetui; das Glas mit der dunkleren Färbung ist mit einem neutralen „Schon-Glas“ ausgestattet, gegen die Ermüdung während des Lesens; Vascellari-Sammlung OAR12, Venedig

 

Wir haben bereits von dem Smaragd Neros gesprochen, auch wenn nicht bekannt ist, weshalb der Kaiser diesen benutzte. Tatsache ist, dass viele römische Aristokraten ihn nachahmten, auch nach seinem Tode.
Viele Jahrhunderte danach wurden von Angelo Barovier (wie aus einer Handschrift des 15. Jh.s hervorgeht, welche nun im Museo Correr aufbewahrt wird) gefärbte Gläser hergestellt und Angelo wurde für die Vielzahl der Farben berühmt, die er aus Glas erschuf.

Unterschiedliche Autoren berichten, dass die beliebtesten Farben, die auch aus wenig wissenschaftlichen Gründen während vieler Jahrhunderte bevorzugt wurden, grün und blau waren (Abb. 17); andere Gelehrte hingegen rieten gerade von diesen Farben ab. Auch in Venedig gab es keine wissenschaftliche Antwort darauf, aber der Erfahrung nach wurden grüne Schutzgläser bevorzugt. Im 18. Jh. war das sogenannte Vero (von vetro=Glas) da gondola oder da dama (=für Damen) berühmt, dessen Name von der Tatsache herrührte, dass diese von wohlhabenden Damen in der Gondel getragen wurden (Abb. 18).

Photo 17 lunettes à pont arrondi en os de baleine avec verres solaires verts ; Collection Vascellari OAR19, Venise

Abb. 17 Bogenbrille aus Walbarten mit grünen Gläsern zum Sonnenschutz; Vascellari-Sammlung OAR19, Venedig

 

Photo 18 vero (= verre) de gondole ou de dame du 18e siècle ; c'est l'un des cinq verres de gondoles trouvés dans le monde jusqu'à présent ; Collection Vascellari VG1, Venise

Abb. 18 vero da gondola o da dama („Brille für Gondelfahrt oder für Damen“) aus dem 18. Jh.; es handelt sich um eines der bisher weltweit fünf aufgefundenen Stücke; Vascellari-Sammlung VG1, Venedig

 

Das Grün besaß unterschiedliche Farbschattierungen, je nach dem Glasbläser, der es herstellte und auf den sich die Gläser auch noch heute zurückführen lassen.

Aus der Untersuchung, die 2012 von der Stazione Sperimentale del Vetro, dem Zentrum für Glasforschung, über die venezianischen Brillengläser des 18. Jh.s ausgeführt wurde, ergibt sich, dass es das grüne Glas war, welches die Augen am besten schützte. Wie konnten unsere Vorfahren dies wissen? Nicht mithilfe der Wissenschaft, sondern nur durch Erfahrung, in der sie ohne Zweifel Meister waren.

Heute besitzen wir gute Kenntnisse über die Schäden, die unsere Augen durch das Sonnenlicht mit seinen ultravioletten Strahlen erleiden, die im 19. Jh. entdeckt wurden: leider wusste Galileo im 17. Jh. noch nichts davon und durch das eingehende Beobachten der Sonne, das zu seiner Entdeckung der Sonnenflecken führte, wurde er fast blind. Erst zweieinhalb Jahrhunderte später kamen gefärbte Korrekturgläser zum Schutz der Augen vor ultravioletten Strahlen auf.

Die letzte venezianische Brillenfabrik

Die letzte venezianische Brillenmanufaktur bei San Trovaso in der Calle Occhialera (Brillenmachergasse) schloss gegen Ende des 18. Jh.s (Abb. 19). Danach gab es keine wirklichen Brillenfabriken in der Stadt mehr; nur einzelne Handwerker, die fähig waren, Brillen herzustellen, setzten diese Tätigkeit fort. Als Zeugnis aus der Vergangenheit gibt es in der Nähe des Rialtomarktes sowohl einen Ramo dell’ochialer (Gassendurchgang des Brillenmachers) als auch eine Brillenmachergasse (Abb. 20 u. 21).

Photo 19 nizioleto ou ninzioleto de la calle Occhialera; le nizioleto est en vénitien un panneau rectangulaire blanc, avec le nom du campo, calle, corte ou zone concernée ; Dorsoduro, Venise

Abb. 19 nizioleto oder ninzioleto der Brillenmachergasse: ein nizioleto ist der venezianische Name für ein weißes rechteckiges Feld, d.h. ein „kleines Leintuch“ mit dem Namen eines Platzes, einer Gasse, eines Hofes oder was immer es auch sei; Dorsoduro, Venedig

Abb. 20 nizioleto des Brillenmacher-Gassendurchgangs; San Polo, Venedig

 

Photo 21 nizioleto de la calle de l'Ochialer ; San Polo, Venise

Abb. 21 nizioleto der Brillenmachergasse; San Polo, Venedig

Der Cadore und die neue Herstellung

Erst im 19. Jh. entwickelte sich die Augenheilkunde, jener medizinische Bereich, der Augenkrankheiten und Sehstörungen erforscht und der zur wissenschaftlichen Befassung mit diesen und zu einer Verbesserung der Sehkraft führte.

Im 19. Jh. entwickelte sich eine umfassende Brillenherstellung jenseits der Alpen aber auch im Cadore begann ein geschickter „pettener“ (Kammmacher), Angelo Frescura, Brillen herzustellen. Er kam aus Rizzios, einem Ortsteil von Calalzo, und wurde bald von anderen nachgeahmt. Er verkaufte nicht nur alles Mögliche, sondern stellte auch selbst her, was er verkaufte; 1878 eröffnete er eine kleine Fabrik, in der die Dorfbewohner arbeiteten, Nachbarn, Verwandte und Freunde. Diese Tätigkeit entwickelte sich daraufhin im ganzen Cadore und war über viele Jahrzehnte hin außergewöhnlich aktiv, bis die Globalisierung auch hier ein Ende setzte.

Ocularium, die Vascellari-Sammlung

Die Tradition der Brillenkultur des Cadore (das Cadore war seit 1420 venezianisch) verbreitete sich auch an anderen Orten und eine jener Familien kam nach Venedig, eröffnete zuerst ein kleines Geschäft und besitzt nun eine gefestigte Aktivität; der „Urvater“ ist Herr Urbano Vascellari; sein Sohn Roberto, ein großer Liebhaber der Brillengeschichte, besitzt eine reichhaltige Sammlung über ca. 1000 historische und sehr seltene und einzigartige Stücke, die OCULARIUM genannt wird: genau dorthin sollte man sich wenden, vorzugsweise mit einer Stadtführerin oder einem Stadtführer, um sich ein genaues Bild von der Wichtigkeit Venedigs und seinem berühmten Glas für die Geschichte der venezianischen Brille machen zu können.

Schlussfolgerungen

In Venedig gibt es viele Hinweise auf Brillengläser, Brillen, Fernrohre und Ferngläser, wie wir in diesen zwei kleinen Artikeln versucht haben, zu erzählen, aber es gibt keinen öffentlichen Bereich, der einen solchen Reichtum sein Eigen nennt und ihn ausstellen könnte. Deshalb sähe ich es sehr gerne, dass die wertvolle Vascellari-Sammlung öffentlich ausgestellt würde, auch nur vorübergehend in einem unserer Museen, um eine unerklärliche Lücke unserer Institutionen auszufüllen und nicht nur von Experten und Liebhabern des Fachbereiches bewundert zu werden, sondern von allen Personen, die unsere venezianischen Schätze anschauen.

 

Loredana Giacomini
loredanagiacomini@gmail.com
www.bestveniceguides.it